09.04.2010 |

Alte Medien multimedial

Nicht nur wir Bürgerinnen und Bürger als Konsumenten sind auf dem Weg in die digitale Gesellschaft, auch die klassischen Medien Rundfunk und Print sind als neue Formate im Internet vertreten.  Themen werden nicht mehr vorrangig durch Rundfunkanstalten und Verlagshäuser gesetzt, sondern  jeder kann nun eigene Inhalte im großen Massenmedium Internet platzieren und am Meinungsbildungsprozess mitwirken. Informationen und Inhalte sind nicht mehr exklusiv.  Rundfunk- und Verlagsunternehmen kommen neue Aufgaben wie das Filtern und das Aufbereiten von Informationen zu.

Zweifellos überwiegen die Chancen für die klassischen Medien im Internet. Allerdings ist das Internet kein Raum, in dem geltendes Recht keine Anwendung fände. Am Beispiel der „Tagesschau-App“ lässt sich dies nachvollziehen: Im freien Wettbewerb aller Medien darf die ARD keinen Vorteil aus ihrem öffentlich-rechtlichen Auftrag ziehen.

Die große Herausforderung für die klassischen Medien wird darin bestehen, auch zukünftig ihrer Bedeutung für vielfältige Meinungsbildung gerecht zu werden. Ziel muss sein, Medienmärkte so zu gestalten, dass eine möglichst große Fülle von Medieninhalten und Meinungen entsteht. Dabei muss die Unabhängigkeit der Medien vom Staat gewahrt bleiben (Staatsfreiheit). Die  Enquete hat den Auftrag,  Strukturen zu erarbeiten, die gleichermaßen Meinungsmonopole wie Zensureingriffe verhindern.

Wir begreifen die Konvergenz der alten und neuen Medien als prägendes Element einer digitalen Gesellschaft und nicht als Gefahr für unser  Mediensystem, welches sich durch Meinungsvielfalt auszeichnet. In der Enquete werden uns nicht nur  technischen Aspekten widmen. Konvergenz der Inhalte und ihrer Nutzung müssen gleichermaßen herausgearbeitet werden.