09.04.2010 |

Auswirkungen der Entwicklung großer globaler Internet-Konzerne

Immer mehr Fragen und neue Herausforderungen tauchen im Bereich des Schutzes der Grundrechte sowie der Privatheit auf. Die großen Webunternehmen Google, Yahoo, Microsoft, AOL  und Facebook verfügen über riesige Datenbanken und können im Internet ganze Persönlichkeitsprofile erstellen. Einige große Internet-Giganten praktizieren nach Meinung von Experten eine Art Vorratsdatenspeicherung. Dass es bisher keine klaren gesetzlichen Bestimmungen in diesem Bereich gibt, scheint  in diesem Zusammenhang problematisch. Das Datenschutzrecht muss stets an die aktuellen Realitäten angepasst werden.  Experten und Politiker fordern demnach normenklare Regelungen hinsichtlich Datenschutz und Datensicherheit und setzen  sich für eine strengere Datensammelregeln im Hinblick auf Internetkonzerne ein. So sollen zum Beispiel Google und Facebook künftig den Bürgern Auskunft über deren gespeicherten Daten geben. Besonders die jüngere Nutzergeneration muss über die speziellen Risiken und Gefahren aufgeklärt werden.

An der  Entwicklung des Suchkonzerns Google ist zu sehen, mit welchen weiteren Problemen und negativen Auswirkungen im digitalen Alter zurechnen ist.
Das Eindringen des Web-Giganten in die Privatsphäre der Internetnutzer ist ein Beispiel dafür. Auf den ersten Blick scheint es, als forderten die zahlreichen Online-Dienste und Angebote von Suchmaschinen keine Gegenleistung. Dabei vollzieht sich ein Tauschhandel: Der Nutzer bekommt Informationen, erteilt aber gleichzeitig die Auskunft über seine eigene Person, die für das Anzeigengeschäft des Unternehmens eine zentrale Rolle spielen. Die privaten Daten des Einzelnen werden so zur wichtigsten Ressource einer sich neu orientierenden Werbeindustrie.
Immer wieder werden die neuen Features und Funktionen modifiziert, mit deren Hilfe es Google gelingt , wertvolle Informationen, wie Alter, Geschlecht oder Interessen des Internetnutzers zu erhalten. So ermöglichen beispielsweise kostenlose Programme, wie „WebAccelerator“ oder „Google Desktop“ dem Web-Konzern einen Einblick in den gesamten Inhalt der Festplatte einschließlich sämtlicher Kommunikationsdaten. Mit Hilfe dieser Informationsdienste scannt Google nicht nur alle Informationen, die von dem Nutzer über das Internet angefordert werden, sondern erhält die Möglichkeit, die komplette E-Mail Kommunikation, Chats sowie Word-, Excel-, PowerPoint- und alle Textdateien zu indizieren. Der Web-Gigant Google beschränkt sich aber seit langem nicht mehr auf Internetmarkt, sondern drängt immer aktiver durch gezielte Investitionen in andere strategische Wachstumsmärkte, wie z.B. den Mobilfunkmarkt und das Gesundheitswesen.

Eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft wird sein, ein ausgeglichenes Verhältnis von Eingriffen des Staates im Bezug auf das Eigentums und das Urheberrecht und einem möglichst großen rechtlichen Spielraum zu schaffen. Außerdem sind mehr Transparenz und Übersichtlichkeit von den Konzernen gefordert. So sollte der Suchdienst vom Anzeigengeschäft getrennt werden, um die Vernetzung aller Daten nach Möglichkeit zu unterbinden.

Die Geschäftsmodelle großer Internetfirmen, die weltweit operieren, sollten aber nicht mit gesetzlichen Bestimmungen unnötig belastet werden, aber es ist darauf zu achten, dass wirtschaftlicher Erfolg und Datenschutz in einem harmonischen Gleichklang sind.