09.04.2010 |

Das Urheberrecht in der digitalen Welt

Kaum ein Rechtsgebiet hat in den vergangenen Jahren so stark an Bedeutung gewonnen, wie das Urheberrecht. Die Urheberrechtsindustrien, die Medien- und die Kulturwirtschaft, aber auch die Wissensbranchen, sind von großer und stetig wachsender gesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Bedeutung. Das Urheberrecht hat in der modernden Medien- und Informationsgesellschaft deshalb eine Schlüsselfunktion.
Das Internet-Zeitalter übt einen gewaltigen Veränderungsdruck auf die Menschen aus und verändert unser Medienverhalten so radikal, so wie der Siegeszug des Buchdrucks. Wie schmal der Grat zwischen Chance und Herausforderung im Internet sein kann, wird dabei kaum deutlicher, als an der Frage nach dem Umgang mit urheberrechtlich geschützten Werken in der digitalen Welt. Das Urheberrecht muss deshalb auf die technologischen Veränderungen reagieren.
Gerade in der digitalen Welt brauchen wir ein starkes und ausgewogenes Urheberrecht. Wo nämlich der Autor, wo der Rechteinhaber keine Rolle mehr spielt, wo die Zuordnung des Werkes zu seinem Schöpfer verschwimmt und wo das Bewusstsein für den Wert von geistigem Eigentum schwindet, da zerbricht die Basis für Kreativität und kulturelle Vielfalt. Das Urheberrecht ist deshalb kein Selbstzweck, sondern bleibt eine notwendige Voraussetzung für die Schaffung und für die Verwertung kreativer Leistungen.